Ich bekomme viele Informationsanfragen, hauptsächlich von Frauen, vermehrt
aber auch von Männern. Dabei stellt sich sehr oft heraus, dass die "andere Seite" dem
Problem nicht näher treten möchte oder auch gar keines sieht. Eine
grundsätzliche Skepsis ist nicht zu übersehen.
Die Skepsis ist verständlich. Die Mediation ist ja in der breiten Bevölkerung
praktisch unbe- kannt, bzw. es herrschen völlig falsche Vorstellungen vor. Einige
Vorurteile möchte ich hier ausräumen. Die Mediation hat nichts geheimnisvolles
an sich. Ein Informationsgespräch ist allerdings nicht nur kostenlos, sondern auch
wesentlich ausführlicher.
******
Die meist verbreitete Befürchtung ist, bei der Mediation könnte es sich um irgend eine
Art von Therapie handeln. Hierzu sei klar gestellt:
Therapieren heißt heilen einer Krankheit und dies ist den ärztlichen Professionen
vorbehalten. Es kommt natürlich vor, dass
ein oder mehrere Beteiligte zusätzlich oder wegen ihrer Probleme auch krank sind. Die
Mediation befasst sich nur mit der Problemlösung. Gelingt diese, kann es allerdings
zu dem Effekt kommen, der jedem bekannt ist. Wer weniger Probleme hat, wird auch Krankheiten
und deren Behandlung besser bewältigen können.
******
Die Mediation befasst sich natürlich auch mit Recht (und dessen Prinzipien) und (mehr noch)
mit Gerechtigkeit, hat aber ansonsten nichts mit anwaltschaftlicher oder richterlicher
Tätigkeit zu tun. Trotzdem kann und soll sie in vielen Fällen zu einem
rechtsverbindlichen Ergebnis führen.
Deshalb sollte das Verfahren weder in einem Gerichtssaal, noch in einer Rechtsanwaltskanzlei
und auch nicht in einer psychotherapeutischen Praxis stattfinden.
******
Die meisten und folgenschwersten Probleme zwischen Menschen finden im familiären Bereich
anlsäslich von Trennung und Scheidung statt. Auch im diesbezüglichen Vorstadium.
Nicht nur
für die Partner, sondern ggf. auch besonders für die Kinder, werden hier die Weichen gestellt.
Für diese, mit den entscheidensten Ereignissen im Leben eines Paares neutrale und
fachlich kompetette Hilfe in Anspruch zu nehmen, bzw. sich wenigstens über die Möglichkeiten
der Mediation aufklären zu lassen, sollte von jedem Paar als Eltern und Partner zur
Selbstverständ- lichkeit werden. Das ist in sehr vielen Ländern dieser Welt schon längst so
und in vielen auch schon gesetzlich geregelt.
Zu einer eventuellen Anordnung des Richters zur Informationspflicht (§ 135 FamFG) sollte
es nicht kommen, denn dann kann vieles schon zu spät sein.
******
Egal, wie groß die Probleme scheinen oder sind:
Ein Informationsgespräch ist kostenlos und unverbindlich! |